Lebensplanung & Zielemanagement

„Was ist Lebensplanung? Wozu brauche ich Zielemanagement? Ich bin doch nur ein normaler Arbeiter/ Angestellter, ich komme auch so klar!“, mag vielleicht der eine oder andere denken. Niemand soll hier zu etwas überredet werden- doch plant nicht jeder irgendetwas? Den Urlaub? Die anstehende Wohnungsrenovierung? Das neue Auto, das man sich in einem Jahr leisten möchte?

 

Es ist augenscheinlich, dass einem die oben genannten Dinge leichter fallen, wenn man ein konkretes Zielbild vor Augen hat. Hierzu finden sich allerdings bereits massenweise Artikel auf Google, wenn man nach „SMART-Formel“, Zieleplanung & Co sucht.

 

Worauf ich hier eingehen möchte, ist vielmehr die lebensnahe, praxisgerechte Umsetzung der von vielen beworbenen Einstellungen- Theorie ist Silber, Praxis ist Gold.

Hierarchische Zieleordnung: Von lang- zu mittel- zu kurzfristigen Zielen

Zuallererst sollte man sich natürlich überlegen, was man denn überhaupt erreichen möchte.

Im Leben. Nur wenn man hier langfristige Ziele kennt, machen auch die mittel- und kurzfristigen Ziele Sinn. Logisch, oder?

 

In welcher Form macht dies wohl am meisten Sinn? Richtig, wir machen das schriftlich. Für mich persönlich haben sich Mindmaps hier gut bewährt. Händisch sieht dies natürlich super aus- ich persönlich halte mich hier allerdings lieber an im Internet verfügbare Programme. Hier finden sich viele Freeware-Tools, ich nütze „SimpleMind“ (für Mac), zu finden hier.

 

Warum mach ich das ganze am PC? Nun, in digitaler Form lassen sich die Maps schnell und unkompliziert ändern. Außerdem gehen sie nicht verloren und sind immer und überall, auch am Smartphone, verfügbar. Wer künstlerisch begabt ist oder einfach Freude an händischen Unikaten hat, kann natürlich gerne bei der händischen Gestaltung der MindMaps bleiben.

 

So, wir brauchen also ein Programm oder ein Plakat zum Bemalen? Nächste Woche dann vielleicht mal… Nein! Was bei den ganzen Planungen (und generell) wichtig ist: Sofort machen. Ich kenn‘ das von mir selbst, was nicht innerhalb von 2-3 Tagen erledigt ist, wird aufgeschoben. Lieber gleich beginnen und (noch) nicht alles perfekt, als aufgeschoben und vergessen, nicht wahr? Und Ziele sind schließlich zum Erreichen da- einfach gleich vor Augen halten, wie es wäre, das Ziel bereits erreicht zu haben! Ein gutes Gefühl, oder? Gut, dann starten wir jetzt.

Langfristige Ziele

Hier sollte man sich ausreichend Zeit nehmen und in sich gehen. Wo möchte ich in 5, 10, 30 Jahren stehen? Möchte ich ein Haus? Eine steile Karriere? Oder erhoffe ich mehr Zeit für die Familie und strebe daher vielleicht einen 30h Job an?

 

Diese Fragen sind enorm wichtig und so werden wir nun auch alles daran setzen, diese Ziele möglichst konkret auf unsere Mindmap zu bringen. Essenziell ist hier, dass die Ziele auch abgeschlossen werden können. „Viel Geld“ ist ein Wunschdenken, mit dem man wohl nie zufrieden wird. „Mit 30 möchte ich €2000,- netto verdienen!“ ist hingegen ein recht konkretes Ziel. Sobald dieses Ziel erreicht ist, hake ich dieses ab- und freue mich jedes Mal wieder, meinen Träumen ein Stück näher gerückt zu sein.

 

Hier ein kleines Beispiel, wie so eine Planung aussehen kann:

Bitte um Beachtung, dass es sich hier nur um eine Beispielplanung handelt. Ich habe beispielsweise bei meiner „privaten“ Mindmap auch noch andere, z.B. berufliche Themen erfasst, die ich allerdings hier nicht öffentlich zur Schau stellen kann.

Ein schöner Nebeneffekt dieser Planung ist, dass man mit der Zeit eine schöne Mappe erhält, in der man sich über die bereits erreichten Erfolge freuen kann, aber auch über die alten, sich teilweise von der aktuellen Situation doch stark unterscheidenden Ziele schmunzeln kann. Das Leben ist keine Einbahnstraße- Abweichungen vom Geplanten sind ganz normal. Solange die Grundrichtung gleich bleibt, kann man sich über die Erreichung der wichtigsten Ziele freuen und die verlaufenen Ziele mit Erfahrung belächeln.

Mittelfristige Ziele

Mittelfristige Ziele liegen für mich im Zeitrahmen zwischen 6 Monaten und 3 Jahren- diese Spanne sollte aber wohl jeder selbst für sich festlegen.

 

Ich gehe so vor, dass ich mir für jedes Jahr einen Schnellhefter anlege. Hier kommt zum einen eine jährlich aktualisierte Version der Lebensplanung. Davon abgeleitet erstelle ich eine zweite Mindmap, in der ich jene Unterziele eintrage, die ich ganz konkret in diesem Jahr erreichen will. Wie auch bei langfristigen Zielen darf man auch hier bei erledigten Themen ein Häkchen darunter setzen und sich darüber freuen.

 

Wichtig ist es, anspruchsvolle, aber realistische Ziele setzen. Sowohl was die Quantität, als auch die Qualität der einzelnen Ziele betrifft.

 

„Ich möchte 20kg abnehmen, in einem Jahr einen Marathon bestreiten und 120kg beim Bankdrücken schaffen. Außerdem möchte ich mich nebenbei selbstständig machen und noch dazu ein Studium beginnen. Alkohol trinke ich keinen mehr und Zigaretten gehören der Vergangenheit an!“. Dieses Ziel klingt für mich nach einem klassischen Neujahrsvorsatz, der bereits nach der ersten Neujahrswoche wieder auf Eis gelegt oder verschoben wird. Es sind einfach zu viele Ziele, noch dazu sind auch die einzelnen Ziele bereits sehr anspruchsvoll formuliert.

 

Wie wär’s hingegen damit: „Ich ernähre mich gesund und nehme 5kg ab. Dafür trainiere ich jede Woche 2x Bankdrücken und steigere mich im Lauf des Jahres um 10kg. Damit ich auch geistig fit bleibe und eine gute Basis für meine Ziele des nächsten Jahres habe, beginne ich ein Psychologiestudium und bestehe die Klausur mit ausgezeichnetem Erfolg. Die anderen Ziele nehme ich nächstes Jahr in Angriff- dafür erreiche ich diese nun mit Sicherheit!“ Klingt doch viel besser, oder? Außerdem kann man sich so bereits auf die Ziele im nächsten Jahr freuen. Was würde man bloß machen, wenn man alle Ziele bereits in 1 Jahr erreicht hätte?

Kurzfristige Ziele

Bei kurzfristigen Zielen verwende ich aus Effizienzgründen keine Mindmaps. Sie ändern sich zu rasch, manche entfallen, es kommen neue hinzu oder sie werden durch Unabwägbarkeiten des Alltags auf nächste Woche verschoben.

 

Ich bin hier ein Fan von To-Do Listen- alles in einer Liste, nicht zig verschiedene Post-it, Notizbücher, etc.! Eine einzige Liste- aber bitte mit System! Wie in vielen Belangen tendiere ich hier zur elektronischen Lösung. Apps gibt es wie Sand am Meer- Programme wie „G-Tasks“ oder „Wunderlist“ sind plattformunabhängig, finden sich in jedem App Store und sind praktisch und einfach zu bedienen. Eine Lösung, die für mich besonders positiv hervorsticht, ist „Things“ von Cultured Code, ist allerdings nur für Apple-User zu haben. Zu finden hier.

 

Diese App möchte ich hier kurz vorstellen.

Es gibt verschiedene Kategorien:

  • Heute
  • Als Nächstes
  • Geplant
  • Irgendwann

In „Heute“ landen genau jene Themen, die auch genau heute in Angriff genommen werden sollen. Komme ich nicht dazu oder priorisiere etwas anderes, so landet diese Aufgabe in „Als Nächstes“ und ich kümmere mich in den nächsten Tagen darum. Ein typisches Beispiel hierfür wäre „Auto waschen + innenreinigen“. 

In „Geplant“ kommen Themen, die ich aktuell noch gar nicht in Angriff nehmen kann- beispielsweise die Steuererklärung für das nächste Jahr. Diese landet zu gegebener Zeit automatisch in meinem aktuellen Arbeitsvorrat, sprich, im „Heute“. 

In „Irgendwann“ landen jene Dinge, die zwar erledigt werden sollen, aber eben „irgendwann“. Die Fotos von 2015 aussortieren zum Beispiel, oder das längst nicht mehr gespielte Klavier in „Willhaben“ inserieren.

 

 

Ich denke, jeder kann erkennen, wie hier Struktur in die Aufgaben des täglichen Lebens gebracht werden kann.

 

Als zusätzliche Strukturierung besteht auch die Möglichkeit, eigene Lebensbereiche wie „Privat“, „Business“ oder „Uni“ anzulegen, um Aufgaben besser zu koordinieren. Auch einzelne Projekte mit Unterpunkten wie „Sommerurlaub 2016“ können angelegt werden- doch hier soll vorerst ein dieser grobe Überblick genügen.

 

Die App ist mit €50,- nicht unbedingt billig- wer jedoch ein professionelles Tool sucht, um einfach und unkompliziert Ordnung in den privaten als auch beruflichen Alltag zu bringen, sollte „Things“ (oder auch ein entsprechendes Freeware-Pendant) auf jeden Fall in Betracht ziehen.

Ergänzende Verwendung eines Kalenders

Bei mittel- und kurzfristigen Zielen ergeben sich immer wieder Handlungen, die eines konkreten Bearbeitungsdatums bedürfen. Hier lege ich jedem einen Kalender ans Herz. Die in der Mindmap fixierten Ziele erhalten somit einen konkreten Bearbeitungstermin und werden somit viel eher termingerecht bearbeitet.

 

Ich möchte hier kurz auf den Unterschied zwischen einer Aufgabe und einem Termin eingehen. Eine Aufgabe bedeutet allgemein, dass eine Tätigkeit zu erledigen ist, der Zeitpunkt ist allerdings noch nicht festgeschrieben. Ein typisches Beispiel wäre „Website updaten und Blogeintrag verfassen“. Ich möchte es erledigen, falls ich heute allerdings nicht mehr dazukomme, so kann ich das problemlos auf morgen verschieben. Die Aufgabe landet also auf der To-Do Liste.


Ein Zahnarzttermin hingegen stellt eine zu einem konkreten Zeitpunkt zu erledigende Handlung dar- mein Zahnarzt wird wohl nicht erfreut sein, wenn ich spontan sage: „Hmmm... keine Zeit- nächste Woche dann mal“. Auch die Hochzeitstorte sollte wohl am richtigen Tag geliefert werden, wenn man nicht gänzlich darauf verzichten mag. Aus diesem Grund landen derartige Termine im Kalender, wo sie auch zu 100% von mir eingehalten werden.

 

Ich persönlich bin, was wohl niemanden überraschen wird, ein Fan von Internetkalendern. Diese sind jederzeit verfügbar und man kann die Termine auch mit anderen, z.B. der Freundin oder Familie teilen. Alle gängigen Programme bieten diese Funktion, sei es nun Gmail, MS Outlook oder auch der Apple Kalender. Es ergibt sich bei elektronischen Kalendern praktischerweise auch den Nebeneffekt, dass sich gemeinsame Freizeitaktivitäten leichter planen lassen, da man automatisch erkennen kann, wann der andere „frei“ ist- immer wieder ein großer Pluspunkt, vor allem bei Familienfeiern.

Fazit

Um langfristig die selbstgesetzten Ziele zu erreichen, müssen diese natürlich erst klar definiert werden- und zwar schriftlich. Ziele müssen erreichbar sein und abgeschlossen werden können. Wir unterscheiden zwischen lang-, mittel- und kurzfristigen Zielen. Der Vorteil liegt klar auf der Hand- wer eine klare Richtung vorgegeben hat, tut sich leicht, die notwendigen Maßnahmen zur Zielerreichung zu setzen.

 

Es kommen hierzu verschiedene Tools zum Einsatz:

Langfristige

Lebensplanung

Mittelfristige Ziele Kurzfristige Ziele

Zusätzlich,

über alle Phasen

Mindmaps

händisch oder PC

z.B. SimpleMind

1 Mindmap pro Jahr

Realistische, erreichbare

Ziele

To-Do Listen

z.B. Wunderlist, G-Tasks

Empfehlung: Things

Kalender

konkrete Termine

z.B. Gmail, MS Outlook

Das Ganze dauert bei der Ersterstellung vermutlich in etwa 2h, inklusive Programmdownload, Ausdruck, einordnen, etc. Sollte es dies nicht auf jeden Fall wert sein, um dadurch die selbstgesteckten Ziele leichter zu erreicht? Bitte jetzt wieder gaaanz stark an die eigenen Ziele denken und diese vor Augen führen!

...

Begeistert von der blühenden Zukunft? Gut, dann beginnen wir jetzt mit der Umsetzung!

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Kommentare: 1
  • #1

    Gaby Engelbart (Mittwoch, 01 Juni 2016 14:10)

    Hallo. Danke für einen interessanten Beitrag. Ich habe vor kurzem noch einen Artikel zu diesem Thema gelesen: http://weiter-lesen.net/1937/lassen-sie-sich-zum-erfolg-coachen/ Vielleicht, wird es jemandem auch interessant zu lesen.